Weihnachtsbräuche

Im Werkstatt-Treff Mecklenheide e. V. arbeiten seit vielen Jahren Personen aus den unterschiedlichsten Ländern unserer Erde. Es ist sehr spannend, wenn diese von den Bräuchen in ihrem Land berichten. Deshalb haben wir die Rubrik Weihnachtsbräuche eingerichtet, damit sie über die anderen Rituale informiert werden können. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass es sich immer nur um einzelne Personen handelt, die aus ihrem Land berichten. Eine andere Person aus dem gleichen Land kann ganz anders feiern.

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   Norwegen

   Russland

   Schweden

   Spanien

 

 

   

Weihnachtsbräuche Norwegen 

Auf dem Land beginnen die Vorbereitungen für das Weihnachtsfest schon mehrere Wochen vorher. Das "Juleøl", das Weihnachtsbier, wird gebraut und es wird viel gebacken. An den aromatischen Backdünsten ist zu erkennen, dass es weihnachtet. Ohne Pfefferkuchen, Hörnchen und anderem Traditionsgebäck ist es eben nicht "Jul".

Zum Weihnachtsrummel gehören auch das Großreinemachen des Hauses und das Holzhacken, denn das Feuer darf während der Weihnachtstage nicht ausgehen.

Am Weihnachtsvorabend wird hinter verschlossenen Türen der Baum von den Eltern geschmückt, und man vergisst auch nicht, dem "Nisse", so einer Art Heinzelmännchen, eine Schüssel Brei in die Scheune zu bringen. Er gilt als Beschützer des Hauses. Die Tiere in den Ställen bekommen eine Extraration Futter und für die Vögel wird das "Julenek", eine Garbe Hafer, an einen Pfahl gesteckt. Am Nachmittag läuten die Kirchenglocken die Weihnachtszeit ein.

Die eigentliche Weihnachtsfeier beginnt meist mit dem Vorlesen der Weihnachtsgeschichte. Danach versammelt sich die Familie zum traditionellen Weihnachtsessen. Als kulinarische Höhepunkte werden z.B. aufgetischt: Fisch, gegrillte Lamm- oder Schweinerippchen, der Kronenbraten und ein riesiger Schinken. Dazu kommen unzählige verschiedene Aufläufe und Desserts.

Die Kinder erwarten ungeduldig  den Augenblick bis die Tür zum Weihnachtszimmer sich öffnet. Es folgt die alte norwegische Sitte, der "Rundgang um den Tannenbaum". Man fasst einander an den Händen, bildet einen Kreis um den Baum, tanzt gemeinsam darum herum und singt Weihnachtslieder. Danach werden endlich die Geschenke verteilt. Der Rest des Abends wird mit Gesellschaftsspielen und dergleichen verbracht, und man lässt sich Kuchen und andere Leckereien schmecken.

Früh am Morgen des ersten Weihnachtstages geht die Familie zur Kirche. In manchen Gegenden fährt man immer noch mit Pferd und Schlitten dorthin, und das Klingeln der Schlittenglöckchen ist weithin zu hören.

Der Weihnachtsabend und der erste Weihnachtstag bilden nur den Anfang einer Festzeit, die bis zu den Heiligen Drei Königen am 6.Januar dauert, in manchen Gegenden sogar bis zum 13. Januar, dem Tag des Heiligen Knut.

 

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Weihnachtsbräuche: Russland    

Die Weihnachtszeit in Russland ist eine ganz besondere Zeit und in ihrem Ablauf einmalig auf der Welt: Zunächst feiert man in das Neue Jahr und verschenkt anschließend Weihnachtsgeschenke, um sich dann noch einmal, am 13. Januar, vom alten Jahr zu verabschieden.

Ursache für diesen besonderen Rhythmus ist die Oktoberrevolution des Jahres 1917 nach der das christliche Weihnachtsfest abgeschafft wurde. Zusätzlich wurde der in der russisch-orthodoxen Kirche geltende julianische Kalender außer Kraft gesetzt, nach dessen Zählung das Weihnachtsfest auf den 7. Januar fällt.

Heute ist der bedeutendste russische Festtag der 31. Dezember an dem man sich mit der Familie und Freunden trifft, um gemeinsam das große Fest zu gestalten. Wichtigstes Element ist hierbei das Aufstellen von Jolka, dem Neujahrsbaum. Dieser wird mit Watte und Glaskugeln prächtig geschmückt. Gegen 22:00 Uhr setzten sich alle zu einem Festschmaus zusammen um das Neue Jahr „Willkommen“ zu heißen.

Zu allen Festlichkeiten in Russland gibt es obligatorisch sehr leckere und üppige Torten, sie gehören einfach zu jeder Art Feier dazu. In dieser kulinarischen Tradition steht auch das in Salz eingelegte Sauerkraut, das geschnitten und gesalzen mindestens drei Tage in ein Fass zur Reifung eingelegt und dann als Beigabe genossen wird. Eine Spezialität ist die Fleischsülze. Ein großes Stück Fleisch mit Markknochen wird langsam einige Stunden mit wenig Wasser gekocht. Hinzugefügt werden Knoblauch, Gemüse und Gewürze. Ist das Fleisch gar, wird es in schmale Scheiben geschnitten in eine Terrine gelegt und die warme Brühe, die vorher durch ein Sieb gefiltert wurde wird unverdünnt darüber gegeben. Ist alles gelungen, entsteht das köstliche Fleisch in Aspik.

Niemals fehlen darf das Gericht „Hering im Pelzmantel“. Kleingeschnittener Hering, gekochte und geraspelte rote Beete, Karotten und Kartoffeln werden abwechseln mit Zwiebeln und Mayonnaise übereinander geschichtet. Letzte Schicht ist die rote Beete über die noch einmal Mayonnaise gestrichen wird und dann folgt die Verzierung wie bei einer Torte. Kleingehacktes Eiweiß wird wie Schnee verteilt und das Eigelb dekorativ dazugefügt. Piroggen mit Fleisch oder Kohlfüllung und das Hähnchen mit Knoblauch stehen neben vielen unterschiedlichen Salaten ebenso auf dem Tisch.

Viele der „Weihnachtsbräuche“, wie das Baum aufstellen, Singen und Geschenke verteilen wurden in das Neujahrsfest übertragen.

Für die Kinder bringt (Groß)Väterchen Frost“ in Begleitung seiner „Enkelin Snegurotschka“ gegen Mitternacht die Geschenke. Die Erwachsenen begrüßen das neue Jahr mit einem Glas Sekt  und Feuerwerk. Kräftige Naturen halten das Feiern durch bis zum 7. Januar, dem (alten) russischen Weihnachtstag. Dieser Tag wird in den russischen Familien für besinnliches Beisammensein und den Besuch des Weihnachtsgottesdienstes genutzt.

Einmalig auf der Welt ist die russische Tradition das alte Neue Jahr zu feiern. Nach dem julianischen Kalender ist das der 13. Januar. Obwohl kein offizieller Feiertag, wird an diesem Tag noch einmal kräftig gefeiert, und der Neujahrsbaum abgeschmückt und dann ist es Zeit, endgültig das neue Jahr zu beginnen.

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Weihnachtsbräuche Schweden 

In Schweden ist der Winter lang und dunkel, aber gerade das ist ein Anlass für stimmungsvolles Beisammensein mit der Familie und mit  Freunden, wobei der Genuss von kulinarischen Leckereien traditionell eine große Rolle spielt.

Auftakt zu einer vierwöchigen Zeit von Feiern und Festlichkeiten ist der Luciatag am 13. Dezember. Traditionell bringt dann Lucia, ein junges Mädchen, das Licht zu den Menschen. Am Morgen dieses Tages besucht Lucia (meist ist es die älteste Tochter der Familie), in einem weißen Kleid mit rotem Seidenband um die Taille und einer Kerzenkrone auf dem Kopf die dunklen Häuser. Begleitet wird sie von Sternenknaben und vielen Dienerinnen. Alle zusammen bilden einen Chor und singen Lucia-Lieder. Anschließend verteilt Lucia die mit Safran gewürzten Lucia Brötchen, Pfefferkuchen und den schwedischen Glögg (Grog)!

Der kleine Weihnachtsabend, der Lillejulafton ist in Schweden am 23. Dezember. An diesem Abend wird der Weihnachtsbaum aufgestellt und geschmückt und die sorgfältig verpackten Geschenke darunter gelegt. Zusätzlich wird das köstliche Julbord das schwedische Weihnachtsbuffet mit seinen vielen unterschiedlichen kalten und warmen Gerichten vorbereitet. In Schweden genießt man Fisch in warmen und kalten Variationen, Schinken, Käse und Salate.

Am Weihnachtsmorgen des Julafton (Heiligabend) werden in Schweden viele Besuche bei Freunden, Bekannten und bei der Familie gemacht. Am Nachmittag beginnt man mit den Festlichkeiten zu Hause. Es wird gesungen, getanzt, gegessen und geschenkt wobei die kleinen Kinder in Schweden ihre Geschenke von Jultomten, dem schwedischen Weihnachtsmann, bekommen.

Die schwedische Weihnachtszeit dauert viele Tage lang und deren Abschluss feiert man ausgiebig am 13. Januar, dem St.-Knuts-Tag, an dem sich die Schweden nochmals mit Familie und Freunden treffen. Man schmückt den Weihnachtsbaum ab, vertilgt alle restlichen Leckereien und wirft den Weihnachtsbaum einfach aus dem Fester hinaus - ein schöner Brauch, der jedoch allen Menschen, die an diesem Tag unterwegs sind abverlangt, die Blicke ab und zu aufmerksam nach oben zu richten.

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Weihnachtsbräuche Spanien 

In Bezug auf die vielfältigen klimatischen Bedingungen ist Spanien zur Weihnachtszeit im europäischen Ländervergleich einzigartig. Schnee in den Pyrenäen, schneidende Kälte auf der iberischen Hochebene und strahlender Sonnenschein an den kanarischen Stränden, das sind Kontraste, die so nirgendwo zu finden sind. Eines ist in ganz Spanien aber am 22. Dezember gleich: die Aufregung um die Ausspielung der Loteria de Navidad, der großen Weihnachtslotterie. Fünf Stunden lang werden die Glückszahlen bekannt gegeben und da fast jeder Spanier im Besitz eines Loses ist, das das Jahr über in allen landesweiten Losverkaufsstellen erworben werden kann, sitzt praktisch die ganze Nation vor dem Fernsehschirm und hofft auf den Millionengewinn. Wenn das nicht geklappt hat, widmen sich die Spanier ganz den vielen regionalen Feierlichkeiten zwischen dem 24. Dezember (Nochebuena) und dem 6. Januar.

Am Heiligabend feiert man die Misa de Gallo, eine kirchliche Messe zu Ehren des Hahnes, der als erster die Geburt des Jesukindes bekannt gab. Der 28. Dezember gleicht dem ersten April bei uns, denn an diesem Tag, dem Dia de los Inocentes, werden am laufenden Band Scherze gemacht. Fester Bestandteil der spanischen Silvesternacht Nochevieja ist es, um Mitternacht mit jedem Glockenschlag eine Weinbeere zu verspeisen, das verheißt in jedem Monat des kommenden Jahres Glück und Freude. In den darauf folgenden Tagen verwenden die Spanier viel Zeit um Geschenke und Aufmerksamkeiten für die Familie und Freunde zu besorgen und besondere Süßigkeiten wie Nougat und Mazapán (Marzipan) zu genießen.

er fünfte Januar ist ein besonders wichtiger Tag für die spanischen Kinder, denn an diesem Tag halten die Reyes Magos – die heiligen drei Könige – Einzug in die Gemeinden und bringen in der Nacht zum sechsten Januar die Geschenke! Zum Frühstück am Dreikönigstag (6. Januar) wird traditionell der berühmte Kuchen El Roscón de Reyes genossen und wer in seinem Kuchenstück eine kleine, eingebackene Figur entdeckt, dem wird besonders viel Glück in der Zukunft winken. So betrachtet ist der sechste Januar der bedeutendste Weihnachtsfeiertag im katholischen Spanien und hat für die Familien einen sehr hohen Stellenwert.

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