Reisen Sie mit uns mit der Zeitmaschine in die Vergangenheit:

Die beiden Gründer des Vereins, Aribert Dreer (Sozialarbeiter) und Jürgen Hohmann (Erzieher), waren lange Jahre im Stadtteil Mecklenheide (heutiger Stadtteil Ledeburg) tätig und kannten die Probleme und Bedürfnisse sozial schwacher Familien gut.

Aribert Dreer

Jürgen Hohmann
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Am 01. Januar 1976 begann Ari Dreer zusammen mit zwei Kolleginnen (Hertha Kerstein und Eva-Maria Räpple-Freudenreich) mit der Arbeit als Sozialarbeiter im Unterkunftsgebiet Mecklenheide. (Heute heißt dieses Gebiet Ledeburg und ist kein Unterkunftsgebiet mehr.) Sie waren bei der Stadt angestellt und hatten die Aufgabe, die soziale Betreuung des Gebietes zu verbessern.

Zusammen mit den bereits bestehenden Einrichtungen wie dem Jugendzentrum Bunker und der Kindertagesstätte Am Tannenkamp (heute: Friedrich-Klug-Str.), wurde für Hannover damit etwas völlig Neues in den Unterkunftsgebieten begonnen. Ihre Dienststelle lag mitten im Gebiet, so dass sie sehr engen Kontakt zu den dort lebenden Menschen (damals ca. 1000 Personen) hatten. Es waren Familien mit z. T. sehr vielen Kindern, aber auch Ehepaare und Alleinstehende. Die Alterspalette reichte vom Säugling bis zum „Opa”.

Außer der normalen Sozialamtsarbeit wurden Feste organisiert, Gruppen der verschiedensten Altersgruppen gegründet und den Menschen bei ihren Problemen geholfen, um das Zusammenleben im Gebiet zu verbessern.

Ihnen fielen vor allem die jungen Erwachsenen besonders auf, die weder in das Jugendzentrum Bunker noch zur Arbeit gingen und z.T. kriminell wurden. Die Stadtsparkasse Hannover kam mit einer Aktion zu Hilfe. Eine Spende von 10.000 DM wollten sie denjenigen zur Verfügung stellen, die eine wirkungsvolle Idee zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen entwickeln würden.

Es entstand die Idee etwas zu entwickeln, wo die Jugendlichen nicht nur hingehen konnten, um die Zeit herumzukriegen, sondern auch etwas Sinnvolles zu tun haben. Der Gedanke eine Werkstatt zu gründen wurde geboren.

Da schon seit einiger Zeit leer stehende Räume der Stadt in der alten Baracke am Vinnhorster Weg 158 als Möbellager genutzt wurden stellte man sich vor, dort eine Holzwerkstatt einzurichten.

Gemeinsam mit interessierten Eltern und KollegenInnen aus dem Jugendzentrum Bunker und der Kindertagesstätte wurde ein Konzept erarbeitet. Es fand bei der Stadtsparkasse Hannover große Anerkennung.

Da bekannt war, dass die Jugendlichen oft große Hemmungen hatten, überhaupt in eine Einrichtung zu gehen (deshalb waren etliche ja nicht im Jugendzentrum Bunker), sollte etwas entstehen, was ihnen die Scheu nahm und trotzdem für sie interessant genug war hinzugehen. Der Name „Werkstatt-Treff” wurde geboren. Dieser drückte aus, dass es etwas mit arbeiten zu tun hatte, aber gleichzeitig etwas nicht so Starres an sich hatte, eher ungezwungener wirkte.

Mit dem Startkapital der Stadtsparkasse wurde damit eine Holzwerkstatt in der alten Baracke am Vinnhorster Weg mit dem Namen "Werkstatt-Treff" eingerichtet.



Die erste Unterkunft des Vereins, Vinnhorster Weg 158

Zuerst kamen drei Jugendliche, die nur mal „so gucken” wollten, aber sehr schnell bereit waren, die Räume zu renovieren und einzurichten. Als Anleiter konnten zwei Architekturstudenten gewonnen werden, die ausreichend Interesse mitbrachten, mit den Jugendlichen die Holzwerkstatt aufzubauen.

Am 17.11.1981 wurde der "Werkstatt-Treff" eröffnet. Die Jugendlichen bekamen 50,- DM Taschengeld im Monat und die Studenten ein kleines Honorar.

Damit weitere Gelder beschafft werden konnten, wurde 1982 der Förderverein "Werkstatt-Treff Mecklenheide" gegründet. Die St.-Andreas-Gemeinde trat dem Verein bei und übernahm bereits 1983 die Kosten für die erste AB-Maßnahme für einen Anleiter (ein Werklehrer mit dem Schwerpunkt Holz).

Es bestand die Möglichkeit, auch Jugendliche in ABM zu beschäftigen; jedoch war die Kirchengemeinde nicht in der Lage, auch diese Kosten zu übernehmen.

Am 08.08.1984 erfolgte der Eintrag in das Vereinsregister beim Amtsgericht Hannover. Der Werkstatt-Treff Mecklenheide wurde als privater gemeinnütziger Verein gegründet mit dem Ziel, Langzeitarbeitslose aller Altersstufen durch eine Beschäftigung wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern.



Eine Gruppenaufnahme der ersten AB-Maßnahmeteilnehmer im Werkstatt-Treff Mecklenheide

1990 wurde der Stadtteilladen vom Werkstatt-Treff Mecklenheide eröffnet:

In dem Ladengeschäft an der Schulenburger Landstr. 254 wurde zu Beginn der Schwerpunkt auf Beratung und Betreuung arbeitsloser Jugendlicher und ausländischer Familien aus dem Unterkunftsgebiet Mecklenheide gelegt. Gleichzeitig war der Stadtteilladen Anlaufstelle für Umwelt- und Abfallberatung.



Der Stadtteilladen in der Schulenburger Landstr. 254

1994 war der befristete Mietvertrag beendet. Zur Überbrückung nahm der Stadtteilladen in der Baracke, Vinnhorster Weg 158, in der sich auch noch die Holzwerkstatt befand, die Arbeit auf. Für die Arbeit im Stadtteilladen waren anfangs zwei AB-Maßnahmen vorgesehen. 1996 zog der Stadtteilladen zusammen mit der Holzwerkstatt in die Schulenburger Landstr. 146:



Der Stadtteilladen in der Schulenburger Landstr. 146

Im Laufe der Jahre wurden die Arbeitsbereiche weiter ausgedehnt. Den eigentlichen Stadtteilladen gab es deshalb nicht mehr, sondern den Werkstatt-Treff. Mitte 2000 ist der Werkstatt-Treff in die Bogenstr. 4c umgezogen:



Das Verwaltungsgebäude in der Bogenstr. 4c (Vorderansicht)





Hinteransicht des Verwaltungsgebäudes in der Bogenstr. 4c mit dem Eingang zur Holzwerkstatt.

Zunächst wurde eine Werkstatt eingerichtet, in der praktische Qualifizierung und Weiterbildung in der Holzverarbeitung stattfindet. Sie wurde in den vergangenen Jahren immer weiter vergrößert und verbessert. Heute stehen den dort  beschäftigten MitarbeiterInnen und MaßnahmeteilnehmerInnen professionell eingerichtete Räume zur Verfügung.

In Laufe der Zeit wurde es möglich, durch den Einsatz qualifizierter und motivierter Fachkräfte Beschäftigungen in weiteren Bereichen anzubieten. So erhalten inzwischen ca. 190 MaßnahmeteilnehmerInnen (Stand: 01/2009), die vorwiegend in staatlich oder kommunal geförderten Maßnahmen beschäftigt werden, eine befristete Arbeitsmöglichkeit oder leisten bei uns gemeinnützige Arbeit.


Der Gründer des WTMs und heutige Ehrenvorsitzende Ari Dreer erinnert sich:

„Geschichte eines Erfolgs

Am Anfang war die Idee........

Die Betrachtung und Würdigung der Entstehung und Entwicklung des „Werkstatt-Treff” wäre unvollkommen,
ohne die Vorgeschichte zu kennen. Hier der Versuch einer entsprechenden Darstellung.

Seit Januar 1976 arbeitete ich in einem Sozialarbeiter-Team der damaligen Familienhilfe der Stadt Hannover im Unterkunftsgebiet Mecklenheide. Heute heißt das Ledeburg. Wir waren 3 Sozialarbeiter, zwei Kolleginnen und ich und sollten eine Konzeption entwickeln, die die Lebenssituation der Bewohner , ca. 1200 Menschen aller  Altersklassen, verbessern sollte.

Wir hatten einen ganzheitlichen Ansatz, was die Vernetzung der Einzelfallhilfe, Gruppenarbeit und Gemein- wesenarbeit bedeutete. Dazu gehörte auch eine enge Zusammenarbeit mit den anderen Einrichtungen vor Ort wie Kindertagesstätte und Jugendzentrum „Bunker” sowie umliegenden Institutionen wie Schulen, Kirchengemeinden und anderen sozialen und kulturellen Einrichtungen.

Im Laufe der Zeit entwickelten wir die verschiedensten Gruppenaktivitäten. So leitete ich, neben einer Senioren- gruppe, gemeinsam mit 2 Kollegen, eine Männergruppe. Dabei ging es  u. a auch um Themen wie „Jugendarbeitslosigkeit” im Gebiet. Es gab etliche Jugendliche, die in keine Gruppenarbeit zu integrieren waren. Sie „hingen rum” und viele waren auch schon kriminell geworden.

Eine erfolgversprechende Möglichkeit sahen wir in der Einrichtung eines Treffpunkts, wo sie die Möglichkeit haben sollten, handwerklich etwas zu tun – was immer das auch sein sollte. Doch wie sollte das gehen? Wir hatten keinerlei finanzielle Mittel und auch keine passenden Räume. Da kam uns ein „Zufall” zu Hilfe.

Die Stadtsparkasse Hannover hatte bei unserer vorgesetzten Behörde angefragt, ob es eine Möglichkeit gäbe, ein Projekt gegen Jugendarbeitslosigkeit aufzubauen und zu unterstützen. Wir meldeten uns sofort und wurden auf-

Wir gründeten eine Initiative, zu der, außer Kolleginnen und Kollegen der drei oben genannten Einrichtungen auch Väter  aus der Männergruppe gehörten:

  • Jürgen Hohmann, Erzieher Kita Am Tannenkamp
  • Aribert Dreer, Sozialarbeiter Familienhilfe Revaler Str.
  • Manfred Meyer, Berufspraktikant Revaler Str.
  • Peter Schünemann, Vater aus der Siedlung Mecklenheide
  • Michael Lipinski, Vater aus der Siedlung Mecklenheide

Im September war das Konzept fertig, die Stadtsparkasse fand es gut und stellte 10.000.-DM als Starthilfe zur Verfügung. Inzwischen hatten wir auch die Zusage der Stadt, unseres Arbeitgebers, leerstehende Räume in den ehemaligen Baracken des Lagers im Vinnhorster Weg 158 nutzen zu können.

Wir hatten die Idee, dort eine kleine Tischlerwerkstatt einzurichten, in der die Jugendlichen, unter fachlicher An- leitung, etwas Sinnvolles arbeiten sollten. Eine „Bastelstube” wollten wir nicht. So fanden wir zwei Architekturstudenten, die Interesse an der Aufgabe hatten.

Am 17.November 1981 eröffneten wir den „Werkstatt-Treff” Mecklenheide im Vinnhorster Weg 158!

Teilnehmer: 3 Jugendliche, 2 Anleiter, die gemeinsam zuerst die Räume renovierten und die kleine Tischlerei, einen Aufenthaltsraum und ein winziges Büro, einrichten sollten Die Anleiter bekamen ein kleines Honorar und die Jugendlichen ein monatliches Taschengeld von 50.-DM! Alle waren begeistert bei der Sache.

Für die Jugendlichen war es das erste Mal in ihrem Leben, dass sie für etwas, das sie mit handwerklicher Tätigkeit erstellten, eine Bezahlung erhielten. Das war auch ganz im Sinne unseres Konzeptes. Wir wollten keine Anwesenheits-Prämie zahlen, sondern die Jugendlichen sollten eine Anerkennung ihrer Leistung erhalten. Das und die Tatsache, „ihren” Werkstatt-Treff zu gestalten und dort etwas Sinnvolles zu tun und zu lernen, ließ eine größere Identifikation mit der Einrichtung entstehen.

Da die beiden Anleiter aus Hildesheim kamen und ihnen das bald zu aufwendig wurde, hörten sie im Januar 1982 auf. Uns gelang es jedoch, über unsere Abteilungsleitung, zu erreichen, dass ab Februar ein handwerklich vorgebildeter Kollege aus einem anderen Bezirk, übergangsweise die Anleitung übernahm.

Die ersten Wochen und Monate waren sowieso nur Renovierungs- und Umgestaltungsarbeiten durchzu- führen. In dieser Phase mussten die Jugendlichen sowieso erst viele handwerkliche Fähigkeiten erwerben, so dass alles etwas länger dauerte.

Doch schon im Frühjahr des Jahres gelang es uns, einen arbeitslosen Werklehrer, mit dem Schwerpunkt Holz, in ABM anzustellen. Er sollte als Werkstattleiter fungieren. Als Anstellungsträger konnten wir die St.-Andreas-Gemeinde in Vinnhorst gewinnen. Einer der Pastoren war schon in unserer Initiative engagiert. Die Personalkosten für den Werklehrer  trug das Land Nds: über ihr Werkstättenprogramm, welches gerade aufgebaut wurde.

Um die Unterstützung der Einrichtung besser und intensiver zu gestalten, gründeten wir auch 1982 den „Förderverein Werkstatt-Treff Mecklenheide”. Den Vorsitz übernahm ein mit uns befreundeter Anwalt, mit im Vorstand waren ich, einige Kollegen aus den im Gebiet tätigen Sozialhilfe- und Jugendhilfeeinrichtungen sowie Eltern:

  • Utz Schultze-Ketzmar (Vorsitzender)
  • Jürgen Hohmann (Stellvertreter)
  • Aribert Dreer (Stellvertreter)
  • Manfred v. Holst, Pastor (Schatzmeister)
  • Peter Schünemann (Beisitzer)
  • Michael Lipinski (Beisitzer)

Im selben Jahr konnten wir beim Arbeitsamt erreichen, für die 3 Jugendlichen eine AB-Maßnahme einzurichten, um den weiteren Ausbau der Werkstatt zu gewährleisten. Der Anstellungsträger war ebenfalls die St.-Andreas- Gemeinde. Die Personalkosten übernahm vollständig das Arbeitsamt. Für die Jugendlichen war es die erste, richtige Arbeitsstelle, obwohl sie es als „Lehre” bezeichneten, da schon Anfänge der Holzwerkstatt genutzt werden konnten.

Anfang 1984 war dann die Werkstatt soweit eingerichtet, dass wir die Teilnehmerzahl erhöhen konnten. Mit dem Arbeitsamt Hannover wurde eine AB-Maßnahme vereinbart, in der 6 Jugendliche und 1 Tischler- geselle als Anleiter vorgesehen waren. Die Jugendlichen sollten die Grundbegriffe der Holzbe- und –verarbeitung kennen lernen. Sie sollten auch Gebrauchsgegenstände für sich und  zum Verkauf herstellen, so dass es nicht nur bei Übungsarbeiten bleiben sollte.

Die Kirchengemeinde lehnte jedoch eine weitere Trägerschaft ab, da ihr die Kosten zu hoch wurden. Um die weitere Entwicklung des Projekts nicht zu gefährden, entschlossen wir uns, einen neuen Verein als Träger zu gründen. Im Frühjahr 1984 wurde deshalb der „Werkstatt-Treff Mecklenheide e.V.” gegründet. Damit waren wir in der Lage, eigenständig Maßnahmen zu beantragen und durchzuführen.Der Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:

  • Aribert Dreer (Vorsitzender)
  • Jürgen Hohmann (Stellvertreter)
  • Manfred v. Holst (Schatzmeister)
  • Erich Braun, Lehrer Helen-Keller-Schule (Schriftführer)
  • Peter Schünemann (Beisitzer)
Weitere Vorstandsmitglieder in den folgenden Jahren:
  • Marion (Eckardt)Klein, Sozialarbeiterin im WTM
  • Bernward Sanders, Erzieher Kita
  • Astrid Schubert, Geschäftsführung WTM
  • Heidi Diederichs, Geschäftsführung WTM
  • Michael Kranz, Rechtsanwalt
  • Tays Breckerboom, Student
  • Barbara Dreer, Jobcenter Region Hannover
  • Lisa Bahramsoltani, Jobcenter Region Hannover

Wir begannen deshalb mit der oben erwähnten Maßnahme mit 6 Jugendlichen und 1 Fachanleiter. Zusätzlich konnten wir noch eine Maßnahme für eine Verwaltungskraft in Teilzeit einrichten. Damit trat auch eine Entlastung bei Büroarbeiten ein, die bisher ehrenamtlich von Vorstandsmitgliedern ausgeführt wurden.

Die Werkstatt umfasste jetzt einen Maschinenraum, einen Werkraum mit 6 Werkbänken, 1 Büro, einen Aufenthaltsraum und Toilette sowie einen kleinen Lagerraum auf insgesamt ca. 100 qm Fläche.

Schon in unserem ersten Konzept, das noch die Initiative erarbeitet hatte, hatten wir uns bestimmte Ziele gesetzt: - Die Jugendlichen sollten in erster Linie soziale Kompetenzen erwerben wie

  • regelmäßigen und pünktlichen Arbeitsbeginn
  • Arbeitsalltag durchhalten
  • kollegiales Verhalten lernen und praktizieren können
  • Frustrationen bei Misserfolgen besser ertragen können
  • gewaltlos Konflikte lösen
  • Grundlagen von fachlicher Kompetenz erlernen
  • eigene Fähigkeiten einbringen oder neue erwerben
  • ihr Leben eigenverantwortlich gestalten: Entschuldung; mit vorhandenen finanziellen Mitteln leben; entkriminalisieren

Es waren hohe Ansprüche, doch wir sahen darin die einzige Chance für die Jugendlichen, eine bessere Möglichkeit zu haben, in irgendeiner Form in den „normalen” Arbeitsprozess zu gelangen. Dafür wollten wir auch möglichst viel Unterstützung anbieten.

Um diese Ziele zu erreichen, bedurfte es vielfältiger Unterstützung. Die bekamen wir auch durch die verschiedenen Ämter der Stadt, des Arbeitsamtes, der Kirche, der umliegenden Schulen und anderen Einrichtungen und Institutionen. Eine ganz besondere Unterstützung erhielten wir jedoch ab 1985 von den hannoverschen Freimaurern, hier besonders durch die Loge „Zum schwarzen Bären”. Die Loge richtete uns eine Metall- Werkstatt ein, gab uns verschiedene finanzielle Unterstützung beim weiteren Ausbau und der Ausstattung der Werkstatt.

Der Metallbereich war zwar eine qualitative Verbesserung unseres Angebots, führte letztendlich aber nicht zum Erfolg. Auf Grund der begrenzten räumlichen Möglichkeiten, mussten wir die Tischlerei aufteilen in einen Holz- und einen  Metallbereich. In jedem waren dann 3 Jugendliche in ABM plus einem Anleiter tätig. Wir stellten deshalb den Metall bereich auch 1988 wieder ein.

Im Jahre 1986 konnten wir dann unsere erste Sozialarbeiterin in ABM einstellen. Sie übernahm, außer der sozialen Betreuung aller Mitarbeiter auch die Leitung unseres ersten Stadtteilladens in der Schulenburger Landstr. 238. Hier konnten wir auch endlich besser Möbel einlagern und zum Verkauf vorbereiten. Dies übernahmen ebenfalls Jugendliche, die auf einen ABM-Platz in der Werkstatt warteten. Deshalb diente der Laden auch als Anlaufpunkt für solche Jugendliche, sollte aber gleichzeitig die Kontakte in dem Stadtteil (Vinnhorst) verbessern.

Diesen Laden mussten wir, leider, 1990 aufgeben. Im gleichen Jahr konnten wir jedoch, Schulenb.Landstr. 254, unseren zweiten Laden eröffnen, den wir „Umweltladen” nannten. Hier begannen wir, mit 2 Mitarbeiterinnen in ABM und 1 Fahrer über BSHG, Umweltarbeit aufzubauen. Veranstaltungen mit Schulklassen, Kitas und anderen interessierten Menschen in Kooperation mit dem städtischen Amt für Umweltschutz. Der Fahrer begann zuerst damit, von diversen städtischen Ämtern Altpapier abzuholen, welches wir dem Recycling zuführten. Später übernahm er auch andere Aufgaben.

Leider musste uns im Nov. 91 die Sozialarbeiterin verlassen, da wir keine Förderung mehr bekamen. Doch über den Stadtteilladen gelang es uns, wieder eine Sozialarbeiterin einzustellen, ebenso, 1992, eine Umwelttechnikerin, beide in ABM. Im selben Jahr musste auch unser Werkstatt-Leiter gehen, da die Förderung über das Land nicht mehr möglich war.

Inzwischen hatten wir auch die Möglichkeit erhalten, über das städt. Sozialamt Sozialhilfeempfänger nach  § 20, „Hilfe zur Arbeit”, einzustellen. Das waren, zu dem Zeitpunkt, ca. 20 Mitarbeiter, so dass der Verein damit insgesamt ca. 31 Mitarbeiter beschäftigte. Es gab zu diesem Zeitpunkt die Bereiche Holz, Umwelt und Umzüge.

Da die Räumlichkeiten jetzt viel zu klein geworden waren und die Baracke sowieso abgerissen werden sollte, begannen wir, uns nach geeigneten Räumen umzusehen. Diese fanden wir in der Schulenburger Landstr. 142, wohin wir dann 1994 umzogen. Hier kamen dann noch die Bereiche „Raum und Farbe”, „Landschaft- und Gartenbau” sowie „Büro” hinzu. Damit waren zu diesem Zeitpunkt ca. 50 Mitarbeiter beschäftigt.

Ari Dreer

Februar 2014”