Bogenstraße

Von Achtermann bis Zieten:

Der Stadt-Anzeiger erklärt die Straßennamen.

(HAZ Stadtanzeiger, 16.08.2007)

Im Gewerbegebiet von Hainholz ist zwischen Mogelkenstraße und Rehagen die Bogenstraße zu finden. In ihrem Verlauf hat sie einen deutlichen Knick. Aber nicht die Form gab den Namen, sondern ein Ereignis aus dem Dreißigjährigen Krieg, das in einer älteren Ausgabe des Niedersächsischen Jahrbuchs beschrieben ist. Im Sommer 1632 währte der Krieg bereits vierzehn Jahre, als in der Nacht vom 22. auf den 23. Juli eine Truppe Soldaten, die auf der Seite des Feldherrn Tilly kämpfte, unbemerkt bis nach Hainholz vordrang. Vier von ihnen wollten erst einmal „Proviant“ machen. Kaum hatte sich das Steintor am Morgen geöffnet, spannten sie zwei Fuhrleuten die Pferde aus. Dem Stadtschäfer, der mit seiner Herde gerade aus dem Tor gekommen war, stahlen sie einige Schafe und trieben sie eiligst gen Hainholz. Aufgebrachte bewaffnete Bürger und Soldaten stürmten den Feinden hinterher. Doch den Verfolgern kam bereits eine ganze Schar Dragoner und Musketiere entgegen. Sie trieben die Hannoveraner wieder zurück. In den Gärten am Nikolaifriedhof artete der Kampf schließlich in ein blutiges Hauen und Stechen aus: Dem Gemetzel fielen unter anderem 21 hannoversche Bürger zum Opfer; einer von ihnen war der Zimmermeister Jürgen Bogen. Auch weitere Straßen in dem Hainhölzer Gewerbegebiet erinnern an die gefallenen Hannoveraner. Schon bald nach dem Überfall wurde für die Marktkirche eine Tafel mit ihren Namen angefertigt, die inzwischen restaurierungsbedürftig ist. Im Übrigen wurde Hannover während des  Dreißigjährigen Krieges nicht erobert.

 

 

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