25jähriges Bestehen

Rede stellv. Geschäftsführer Job-Center Peter Waldburg

Vielen Dank! Verehrter Herr Kranz, verehrte Frau Diederichs, verehrte Frau Schubert! Ja, ich freue mich, dass ich hier heute im Namen des Job-Centers Region Hannover einige Grußworte sprechen kann. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, ich denke mal das ist ja auch nicht verkehrt, nach 25 Jahren mal wieder in die Geschichte einzutauchen, zu gucken, wie denn die Situation auf dem Arbeitsmarkt aussah. Ich war ganz erstaunt als ich die Zahlen gelesen habe. 1984 im August hatten wir im Bezirk des Arbeitsamtes, damals noch des Arbeitsamtes Hannover, noch 41137 registrierte Arbeitslose und erstaunlich ist, wenn man dann nochmal 3 Jahre davor guckt, in dieser Zeit, innerhalb von 3 Jahren, hatte sich die Zahl der Arbeitslosen verdoppelt. Also es war eine dramatische Zeit auf dem Arbeitsmarkt damals schon und ich glaube man kann die Gründerinnen und Gründer dieser Einrichtung nur beglückwünschen. In dieser Zeit, das war sicherlich auch keine einfache Entscheidung, diese, ja wirklich zukunftsweisende Entscheidung zu treffen, so eine Einrichtung zu gründen und auch die Weitsicht zu haben, dass sich das Thema Arbeitslosigkeit, und ich denke das war Anfang / Mitte der 80er Jahre noch nicht so verbreitet, auch, ja ich will nicht sagen dauerhaft, das wäre zu negativ, aber doch langfristig als Problem für uns etabliert und ich denke das war eine gute und richtige Entscheidung. Vielleicht auch noch mal die Zahlen: Heute liegen wir immer noch bei 43000 Arbeitslosen. Also es hat sich nicht viel getan, wenn man nur auf diese beiden Zahlen gucken würde. Es hat sich viel getan. Wir waren auch mal über 60000 Arbeitslose im Arbeitsamtsbezirk Hannover und wir freuen uns, dass wir sie an unserer Seite als Partner haben, als Partner für unsere Maßnahmen. Vielleicht auch da noch einmal eine Zahl: Wir haben in den 5 Jahren, seit bestehen des SGB II, 1200 Menschen in unterschiedlichen Maßnahmen bei ihnen in der Betreuung gehabt und ich finde das ist eine gewaltige Zahl. Das zeigt auch welchen Stellenwert sie für uns haben als Partner hier im Bereich der Arbeitsmarktpolitik und ich denke jeder, der weiß wie sich das Umfeld der Arbeitsmarktpolitik gestaltet, Herr Jagau hat darauf hingewiesen, wie unstet die Rahmenbedingungen sind im Bereich der Arbeitsmarktpolitik und das will ich noch mal deutlich sagen hier: Da 25 Jahre zu feiern als Einrichtung, das hat wirklich was und ich glaube das kann man gar nicht genug ermessen, was das für eine Leistung ist, eine solche Einrichtung über diesen Zeitraum in diesen unruhigen Rahmenbedingungen auch aufrecht zu erhalten. Ich muss allerdings sagen, dass die Zeiten für uns zumindest auch nicht ruhiger werden und wir als wichtiger Partner, denke ich, für ihre Einrichtung wieder vor maßgeblichen Veränderungen stehen. Im September ist Bundestagswahl, am 27. in diesem Monat, und wir werden da eine Entscheidung haben für die Zukunft der Job-Center, die Zukunft der ARGEn. In welcher Form auch immer, es wird eine Entscheidung geben müssen. Die neue Regierung muss sich mit dieser Fragestellung auseinandersetzen. Ich hoffe man trifft die richtige Entscheidung, dass die Rahmenbedingungen auch künftig stimmen für die Arbeit. Ich glaube die Arbeit mit und für die Langzeitarbeitslosen wird uns noch lange im Griff haben und wir müssen stabile Strukturen haben. Einen stabilen organisatorischen Rahmen für die übergeordneten Ebenen damit darunter die Träger auch vernünftig arbeiten, wirtschaften, handeln können und dort zu helfen, wo die Hilfe auch nötig ist: Bei unseren Kundinnen und Kunden, die hier vor Ort sind.

Vielleicht noch mal auch eine persönliche Bemerkung. Es geht hier nicht um Zahlen, sondern um Menschen. Ich habe mir mal die Mühe gemacht mir mal ein paar Teilnehmerinnen und Teilnehmer anzugucken und eine junge Frau ist mir da noch in Erinnerung geblieben. Das möchte ich ihnen ganz kurz plastisch auch schildern, wie die Hilfe des Werkstatt-Treffs Mecklenheide auch ankommt und was das auch bewirkt. Die junge Frau, die im letzten Jahr nach Hannover gezogen ist, die große Probleme hatte, mehrere Ausbildungen abgebrochen hat, eine Wirtschaftschule abgebrochen hat, die das Pech hatte von ihrem Arbeitgeber sexuell belästigt worden zu sein, die ist in unsere Betreuung gekommen Mitte des letzten Jahres. Der Werkstatt-Treff hat sich der jungen Dame angenommen und sich wirklich engagiert gekümmert. Das konnte ich aus den Vermerken und den Einträgen in unserem EDV-System sehen und ich hätte es nicht gedacht, nachdem ich die ganze Vita der jungen Frau gelesen habe, die Frau hat sich sehr gut stabilisiert. Sie war psychisch sehr beeinträchtigt als sie zu ihnen kam. Ja und heute ab August macht sie eine Ausbildung im Bereich der Altenpflege und ist sehr glücklich damit. Ich denke mal das sind doch Erfolgserlebnisse auf die man auch sehr stolz sein kann. Ich denke wir könnten die Liste hier noch ohne Ende verlängern. Da stecken wirklich persönliche und positive persönliche Einzelschicksale hinter, die sie hier vor Ort betreuen, wo sie den Weg weisen und die richtige Richtung auch vorgeben und planen mit diesen Menschen. Ja, ich möchte mich recht herzlich für die Zusammenarbeit bedanken, wünsche mir ein bisschen Verständnis, wenn von unserer Seite das eine oder andere vielleicht nicht so rund läuft, in der nächsten Zeit, wenn wir uns wieder in organisatorischen Fragen ergehen müssen. Wir machen es nicht freiwillig, das wird uns sozusagen auch ein Stück aufgedrückt. Es beeinträchtigt das Arbeiten in der operativen Ebene auch, das ist ganz klar. Ich hoffe das wir auch in 25 Jahren hier noch sein werden und 50 Jahre feiern aber vielleicht dann mit weniger Arbeitslosen. Ich glaube es wird Bedarf immer geben junge und Menschen überhaupt auf den richtigen Weg wieder zu bringen. Ich glaube das sollten wir zusammen anstreben. Ich wünsche ihnen Erfolg dafür und alles Gute.